Heiliges Brot - Wandlung - Mein Leib - Gedächtnis


Liebe Erstkommunion-Eltern und -Kinder,

In allen Pfarreien werden jetzt Kinder für die Erstkommunion vorbereitet. Hier sind ein paar wertvolle Hilfen zum besseren Verständnis des grossen Geheimnisses, das Jesus uns schenkt.


Heiliges Brot 

«Mama, was ist das eigentlich fragt Peter, «schmeckt es besonders gut?» «Das schmeckt wie jedes andere», sagt die Mutter. «Warum aber ist es heilig» «Darum, weil Jesus uns dieses Brot schenkt. Und alles, was zu Jesus gehört, nennen wir heilig.» «Vielleicht heisst das Brot auch heilig, weil es heilen kann», meint Peter. «Ja», sagt die Mutter, «du hast gespürt, dass es etwas mit dir zu tun hat. Auch das heilige Brot will heilen, gesund machen.» «Wie eine Pille?» will Peter wissen. «Nicht ganz so», antwortet die Mutter, «eine Pille, die Medizin, macht, dass du zum Beispiel kein Fieber mehr hast. Das heilige Brot aber möchte dir helfen, dass du dich in deinem Herzen wohl fühlst.» «Kann das heilige Brot auch machen, dass ich keine Wut auf meine Schwester mehr habe?» «Ich denke schon. Beim heiligen Brot spürst du: Jesus will dir etwas schenken, er hat dich lieb. Und wer geliebt wird, in dem ist auch kein Platz mehr für die Wut.»


Wandlung

«Pst, jetzt kommt die Wandlung», sagt die Mutter. «Was ist das?» fragt Peter gleich zurück. «Ich sage es dir nachher», flüstert sie zur Antwort. Peter spürt, wie es in der Kirche ganz ruhig wird. Und mitten in der Stille hört er ein Glockenzeichen. «Was ist das: Wandlung», will er gleich nach dem Gottesdienst wissen. «Das ist die Mitte der Messe», sagt die Mutter, «dann wird das Brot zu heiligem Brot, es gibt eine Wende. Darum heisst es Wandlung.» «Ein komisches Wort», wundert sich Peter. «Ein altes Wort», sagt die Mutter. «Warum ein altes Wort?» «Weil die Menschen schon seit vielen hundert Jahren das heilige Brot erhalten. Darum haben sie auch die alten Wörter bewahrt.» «Ich habe in einem Märchen gelesen, dass ein Zauberer einen Prinzen in einen Frosch verwandelt hat», erinnert sich jetzt Peter. «Siehst du», sagt die Mutter, «du kennst das Wort auch. Allerdings, im Gottesdienst ist kein Zauberer am Werk. Wir sagen auch keinen Zauberspruch, sondern ein Gebet: Vater nimm unser Brot an, lass es zum grossen Zeichen werden. In diesem Brot wollen wir deine Liebe spüren.»


Mein Leib

Nach der Messe macht Peter ein verschlossenes Gesicht. «Was ist», fragt die Mutter. «Das verstehe ich nicht», sagt der Bub, «mein Leib, für euch, nehmt und esst ...» «Du meinst», fragt die Mutter, «wie Jesus uns seinen Leib schenken kann?» Peter nickt. «Weisst du», sagt die Mutter, «ich habe in einem Vortrag etwas ganz Interessantes gehört: Das Wort Leib, das Jesus braucht, ist nicht einfach das, was wir unter Leib verstehen. Es ist nicht einfach das Fleisch um unsere Knochen. Leib heisst hier etwas anderes: Etwas von mir selber.» «Dann sagt Jesus also: Ich gebe dir etwas von mir?» «Ja», sagt die Mutter, «und eigentlich kannst du das auch ganz gut verstehen. Weisst du noch, wie du deiner Patin auf Weihnachten ein Bild gemalt hast? Damals hast du auch gesagt: Ich will der Patin etwas von mir selber schenken.» «Aber warum heisst es doch: mein Leib?» will Peter wissen. «Auch dies ist ein altes Wort», sagt die Mutter, «solche Wörter ändert man nicht von einem Tag auf den andern.» «Da muss man ja viel lernen, wenn man alles verstehen will», sagt der Bub.


Gedächtnis

«Ich habe ein gutes. Gedächtnis», sagt Peter nach dem Gottesdienst. «Warum redest du jetzt von Gedächtnis?» will die Mutter wissen. «Doch», sagt der Bub, «der Pfarrer hat auch vom Gedächtnis gesprochen.» Jetzt weiss die Mutter, an was Peter denkt: «Tut dies zu meinem Gedächtnis», heisst es in der Mitte der Messe. «Ja», sagt sie, «du hast wirklich ein gutes Gedächtnis. Und wozu brauchst du es?» Peter lacht verschmitzt: «Mit meinem Gedächtnis kann ich an die Ferien zurückdenken, an das Meer und die Sandburgen, die wir gebaut haben. Ich muss nur die Augen schliessen und daran denken, dann kann ich das Meer schon fast sehen und riechen.» «Siehst du», sagt die Mutter, «so hat es auch Jesus gemeint. Er hat seinen Freunden das Brot gebrochen, gegeben und gesagt: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Sie sollen, genau wie du, später zurückdenken. Dann spüren sie, dass Jesus ganz nahe ist.» «Wenn ich fest an jemand denke, spüre ich, dass er nahe ist», fährt Peter fort. «Ja», sagt die Mutter, «die Gedanken haben eine grosse Kraft.»

 

Josef Osterwalder

aus: ehe-familie-Sonderdruck: «Unser Kind vor der Erstkommunion», erhältlich beim Sekretariat der Katholischen Frauen- und Müttergemeinschaften, 6103 Schwarzenberg.