Kapelle im Altersheim Chlösterli


Das 1967 gebaute Altersheim Chlösterli beherbergt eine schlichte Hauskapelle mit Sakristei.

Ein Glasfenster des Zürcher Künstlers Max Hunziker, das den Jessebaum darstellt, prägt die würdige Stimmung im Andachtsraum, in dem regelmässig Gottesdienste abgehalten und das Rosenkranzgebet gepflegt werden.

Der Name Chlösterli, obwohl er erst seit dem 19. Jahrhundert verwendet wird, nimmt Bezug auf eine im 16. Jahrhundert bezeugte Niederlassung von Beginen. Beginen sind Frauen, die in klosterartigen Gemeinschaften zusammenleben. Eine Sage berichtet, dass die Beginen von Unterägeri, jeweils trockenen Fusses über den Ägerisee wandern konnten, wenn sie nach Einsiedeln wallfahrten.


(aus der Dokumentation Altersheim Chlösterli)

Von Anfang an schmückt im Altersheim Chlösterli ein wunderschönes Glasfenster auf der westlichen Seite die Heimkapelle. Es hat eine Breite von 0,95 und eine Höhe 3,23 Meter. Auf dem Glasgemälde ist der Jessebaum dargestellt. Geschaffen hat es der Künstler Max Hunziker.

Es handelt sich nicht um ein Fensterbild im herkömmlichen Sinn, sondern um ein Werk aus dem Erdöl gewonnenen Derivat Polystirol. Hersteller und Erfinder der neuen Fenstergestaltung ist Herr Ganz, Zürich, Erfinder auch des reflexfreien Glases. Dabei konnte auf die üblichen Bleiruten verzichtet werden, weil metallene Querstäbe genügten, um die einzelnen Farbplatten zu befestigen. Bei der Besprechung des für dieses Chorfenster passenden Themas fiel die Wahl auf den in der Geschichte der Kunst schon öfters behandelten, aber besonders in der modernen Zeit fast vergessenen Jessebaum.

In der Schweiz existiert ein monumentaler Jessebaum aus der Mitte des 15. Jahrhunderts im Altarraum des Berner Münsters, das sog. Typologische Fenster. Seine Grösse: Eine Fläche von 2,92 Meter Breite und 13.15 Meter Höhe.

Max Hunziker (* 6.3.1901 Zürich, † 9.9.1976 Zürich) besuchte nach Absolvierung der Volksschule das kantonale Lehrerseminar in Küsnacht/ZH. Danach Lehrjahre der Malerei, hauptsächlich in Florenz 1921 bis 1925. Anschliessend verbrachte er 14 Jahr in Frankreich, vor allem im Süden. Starke Impulse empfing er von Rouault, einem Künstler, der wie Hunziker aus christlichem Geist gestaltete, ferner auch von Cézanne und von van Gogh. Bei Kriegsausbruch 1939 kehrte er in die Heimat zurück, zuerst in die Einsamkeit ins Wallis, wo er seinen Blick für die Einfachheit im Leben und Wirken und seine Liebe zu den schlichten und schönen Dingen unseres Daseins gewann. Dann liess er sich in seiner näheren Heimat Zürich nieder, wo er als Glasmaler, Maler und Graphiker tätig war.