Pfarrhaus


Die Gründungsurkunde der Pfarrei von 1714 machte den Bau eines Pfarrhauses zur Bedingung. Die Gemeinde Unterägeri kaufte dafür eine Hofstatt in unmittelbarer Nähe zur ersten Pfarrkirche, der heutigen Marienkirche. Der Hausbau nach Plänen des Unterägerers Dr. Bernhard Fliegauf, der damals noch Pfarrer von Kirchberg im Toggenburg war, wurde grösstenteils durch ihn finanziert. Das Bauholz für die zwei Geschosse über dem gemauerten Erdgeschoss und für den steilgiebligen Dachaufbau war bereits 1711 geschlagen worden.

Das Haus fiel damals in Unterägeri auf: mit Schindel vertäfelt, 42 Fenster mit Bleiglas aus Böhmen sowie ebenso viele Fallläden, Lauben, ein mit Ziegeln gedecktes Dach und Dachkennel in Metall gearbeitet. Auch im Innern fanden edle Materialen Verwendung. Der Neubau erinnerte an ein Haus im Toggenburger Stil.

1725 wurde eine Gartenmauer um das Grundstück gezogen. Die heutige, in neubarocker Manier gestaltete Umfriedung datiert von 1905.

Umbauten und Umnutzungen veränderten das Pfarrerhaus und seinen Garten um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es steht unter kantonalem Denkmalschutz.